Geographie und Geschichte

Geographie und Geschichte

Die Republik Senegal ist der am weitesten westlich gelegene Festlandstaat Afrikas und mit einer Fläche von 196.712 km² etwa dreimal so groß wie der Freistaat Bayern. Das Land wird im Westen vom Atlantik begrenzt. Auf der dort vorspringenden Halbinsel Cap Vert liegt die Hauptstadt Dakar. Der Senegalstrom und dessen Nebenfluss Falémé umschließen das Land im Norden und im Osten und bilden die Grenze zu den Staaten Mauretanien und Mali. Im Süden grenzt der Senegal an Guinea und Guinea-Bissau. Die Enklave Gambia erstreckt sich entlang des Gambia-Flusses etwa 300 km tief in das Land und trennt den südlichen Teil des Senegals, die Casamance, weitgehend vom übrigen Gebiet ab.

Bereits im Mittelalter war das Gebiet des heutigen Senegals Teil verschiedener König- und Kaiserreiche. Mitte des vierzehnten Jahrhunderts errichteten die Wolof beispielsweise das unabhängige Königreich Djolof, dessen Einflussgebiet vom Senegal-Fluss über das Cap Vert bis in die Region Sine-Salorum reichte. Nach dem Zerfall des Reiches im sechzehnten Jahrhundert gerieten die Wolof zunehmend unter den Einfluss der muslimischen Toucouleurs, die den Wolof ihren Glauben aufzwangen. Daneben waren die nomadisierenden Hirtenstämme der Fulbe treibende Kräfte für die zunehmende Islamisierung Westafrikas. Die verschiedenen Stämme sind auch heute noch in der Bevölkerung präsent. So zählen neben den Wolof und den Toucouleurs, die Serer, die Fulbe, die Diola, die Mandingue und die Soniké zu den wichtigsten der zwanzig ethnischen Gruppen.

Die Europäer brachten für den afrikanischen Kontinent viele, auch zumeist negative Veränderungen. Im Jahr 1455 landeten die Portugiesen am Cap Vert und errichteten auf der Insel Gorée einen ersten Handelsstützpunkt. Durch die Aussicht auf Gewinn wurden auch andere europäische Mächte wie die Niederländer und Engländer nach Gorée gelockt. Im Jahre 1659 begannen die Franzosen ausgehend von Saint Louis, nördlich der Mündung des Senegal gelegen, Handel zu treiben und eroberten von diesem Stützpunkt aus schließlich das westafrikanische Hinterland. Doch bedingt durch die günstige Lange des Naturhafens von Cap Vert verlagerte sich schon bald das koloniale Zentrum in das 1857 gegründete Dakar. Im Laufe der wirtschaftlichen Ausbeutung des Senegal führten die Franzosen den Anbau der Erdnuss ein, die sich bald zum wichtigsten Wirtschaftsgut entwickelte. Im Jahre 1895 wurde der Senegal von Frankreich offiziell zur Kolonie erklärt. In den folgenden Jahrzehnten erhielt die Kolonie schrittweise mehr Rechte bis hin zur Gewährung des Status einer autonomen Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft 1958. Schon zwei Jahre später entließ Frankreich die Republik Senegal im Staatenbund mit Mali in die Unabhängigkeit. Dieser Staatenbund zerbrach jedoch bereits nach zwei Monate und am 20. August wurde der Senegal nun endgültig unabhängig.
Doch auch nach seiner Unabhängigkeit blieben die Bindungen an die ehemalige Kolonialmacht Frankreich erhalten, deren Subventionen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den folgenden Jahren erneut zu gewissen Abhängigkeiten führten. Dies zeigte sich auch in der engen Verknüpfung der senegalesischen Währung CFA an den französischen Franc, der bei Auf- oder Abwertungen den CFA-Kurs in gleicher Weise korrigierte.
Nur wenige Tage nach der Unabhängigkeit des Senegal, am 05. September 1960 wurde Léopold Sédar Senghor zum ersten Präsidenten gewählt. Nach seinem Rücktritt 1980 übergab er dieses Amt an seinen ehemaligen Regierungschef Abdou Diouf. Im Jahr 2000 unterlag Abdou Diouf seinem langjährigen Herausforderer Abdoulaye Wade, der sieben Jahre später erneut in diesem Amt bestätigt wurde.
Selbst heute im einundzwanzigsten Jahrhundert ist die Prägung durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich in vielen Bereichen erkennbar. So ist Französisch offizielle Amtssprache, wobei Wolof, Serer oder auch Diola als Nationalsprachen gelten. Ferner ist das senegalesische Schulsystem inklusive der Unterrichtssprache am französischen Vorbild orientiert.

Eva-Maria Bachmair

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man do d’Weißwurst no vor 12e isst.“
Stefan