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Der Landesausschuss verabschiedete eine Position in Folge der Studie „Stadt. Land. Wo?“ und eine weitere zum sinnvolleren Erhalt des Ackerstatus.

Benedikt Brandstetter (26), KLJB-Landesvorsitzender, zum Beschluss beim KLJB-Landesausschuss für Folgen aus dem Projekt "Stadt. Land. Wo?"

KLJB Bayern fordert neue Projekte und Pflicht zur Jugendbeteiligung auf dem Land

Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung) Bayern fordert in einem Beschluss des digitalen Landesausschusses vom Samstag die Pflicht zur Jugendbeteiligung bei allen Planungen sowie neue Projekte zur besseren Verbindung von Wissenschaft und Jugendarbeit auf dem Land. Jugendpolitik und die Interessen der Jugend müssten gerade in neuen Planungen nach der Corona-Krise berücksichtigt werden.

Ein digital tagender Landessausschuss mit über 30 Delegierten erarbeitete dazu eine Position, mit der der Jugendverband in Folge der 2020 vorgestellten KLJB-Studie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“ politische Forderungen aufstellt, die nun mit der Landespolitik diskutiert werden.

Eine zweite Position, die auch von der KLB Bayern (Katholische Landvolkbewegung) geteilt wird, betrifft die unsinnige „Pflugregelung“ auf EU-Ebene, die für den Erhalt des Ackerstatus gilt (siehe unten).

 

Junge Menschen wollen selbst gefragt werden“

KLJB-Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter (26, Dietersburg, Landkreis Rottal-Inn) erklärt, worum es dem größten Landjugendverband in Bayern mit der jugendpolitischen Position geht:

„Junge Menschen leben sehr gerne auf dem Land und wollen selbst gefragt werden, wenn es um ihre Zukunft geht. Sie sehen selbst die mangelnde Jugendbeteiligung als eine der größten Schwächen auf dem Land an. Daneben werden immer wieder Defizite beim Internetzugang und Mobilität thematisiert, aber auch die nötige Öffnung von Ehrenamtsstrukturen für junge Leute und die nötige Offenheit auf dem Land für eine vielfältige Gesellschaft, in der sich alle wohlfühlen. Um diese Themen werden wir uns als KLJB weiter kümmern.“

 

„Jugendbeteiligung braucht gesetzliche Vorgaben und Begleitung“

KLJB-Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter erklärt weiter den Beschluss, der nach drei Jahren Forschungsprojekt „Stadt. Land. Wo?“ die nötigen Konsequenzen aus der Landjugendstudie der KLJB formuliert:

„Ergebnis unserer großen Landjugend-Studie waren sehr positive Einschätzungen für das Leben auf dem Land. Gerade die starken sozialen Beziehungen, die Gemeinschaft und die Nähe zur Natur machen das Landleben bis heute so lebenswert und schön. Diese weichen Standortfaktoren sind meist unterschätzt, wenn in der Kommunalpolitik Gemeinden für die Zukunft fit gemacht werden sollen. Dabei sollte die Politik gerade die jungen Leute fragen, was sie sich für die nächsten Jahrzehnte wünschen und was sie auf dem Land bleiben lässt. Es gibt schon gute Erfahrungen bei passenden, selbst organisierten Formen der Jugendbeteiligung, aber noch kaum gesetzliche Vorgaben und wissenschaftliche Begleitung dazu. Wir wollen dazu anregen, das zu verbessern!“

 

Infos und Dokumentation „Stadt. Land. Wo?“ der KLJB Bayern

 

KLJB und KLB fordern bessere Regelung für Dauergrünland

In einem weiteren Beschluss fordert die KLJB Bayern die Staatsregierung auf, sich für ein Ende einer unsinnigen Pflugregelung zum Erhalt des Ackerstatus  auf EU- und Bundesebene einzusetzen. Die KLJB fordert, in Folge eines Beschlusses des Bayerischen Landtags vom 24. November 2020 eine bessere und praxisnahe Regelung für eine bisher unsinnige Pflicht zum Umpflügen nach fünf Jahren von Grünland, das Ackerstatus besitzt, um diesen Status nicht zu verlieren.

„Hier gibt es einfach bessere Lösungen, die ein ökologisch schädliches und nicht nötiges Durchpflügen vermeiden können, etwa Stichtagslösungen oder eine Anpassung der Definition von Dauergrünland“, erklärt die zuständige Landesvorsitzende Antonia Kainz (25) aus Vilsheim (Landkreis Landshut).

Unterstützung bekommt die KLJB für diese Forderung vom Landesvorstand der KLB Bayern (Katholische Landvolkbewegung). Gemeinsam wollen die katholischen Landverbände erreichen, dass die Forderung auch politisch wirksam umgesetzt wird

 

Studienteil „Eine Welt“ zum Projekt „HITZEfrei“

In einem virtuellen Studienteil beschäftigten sich die Delegierten mit dem Thema „Eine Welt“, das im neuen Projekt der KLJB Bayern für Nachhaltigkeit und Klimaschutz bis 2022 „HITZEfrei. Auszeit für die Erde“ eine Rolle spielen wird. Fachliche Einstiege zur Eine-Welt-Politik und zu aktuellen Herausforderungen gaben dabei Dr. Alexander Fonari vom Eine-Welt-Netzwerk Bayern, in dem auch die KLJB Bayern Mitglied ist sowie Kathrin Schröder von Misereor zum Thema Klimagerechtigkeit.

Die zuständige Landesvorsitzende Alexandra Fröhlich (25, Schwarzhofen, Landkreis Schwandorf) erklärt dazu: „Wir freuen uns sehr, dass globale Verantwortung und internationale Solidarität bis heute in der KLJB wichtig bleiben. So geht es für uns um nicht weniger als darum, nach einer globalen Pandemie mit kleinen Schritten eine klimafreundliche und gerechte Form des Welthandels anzustreben. Aktuell freuen wir uns darüber, dass mit dem neuen Lieferkettengesetz von Bundesminister Gerd Müller ein Einstieg in eine gerechtere Regelung von Handelsbeziehungen möglich ist. Auch wenn hier noch viel Luft nach oben ist, haben wir mit vielen anderen Organisationen in der bundesweiten Initiative Lieferkettengesetz schon viel erreicht.“

 

Infos zum neuen Projekt der KLJB Bayern "HITZEfrei. Auszeit für die Erde"

 

Die KLJB Bayern ist der größte ländliche Jugendverband in Bayern, in dem sich rund 25.000 junge Christinnen und Christen selbst organisiert und demokratisch, kompetent und engagiert für das Leben auf dem Land einsetzen.

 

Pressemitteilung als pdf-Download

Pressefoto KLJB-Landesausschuss digital als druckfähige jpg-Datei

Pressefoto Benedikt Brandstetter zu Jugendbeteiligung als druckfähige jpg-Datei

 

Beschluss "Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt" als pdf-Download

Beschluss "Ackerstatus auch ohne Grünlandumbruch erhalten!" als pdf-Download

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„Ich bin glücklich auf dem Land, weil‘s einfach gmiadlich is.“
Jonas