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Aktuell

Franz Wacker (21), ehrenamtlicher KLJB-Landesvorsitzender, erklärt den Beschluss am 8.11.2020 "Für eine starke Jugendpolitik in Zeiten der Krise"

KLJB fordert Freiräume für Jugend auch in Corona-Krise

Digitaler KLJB-Landesausschuss erarbeitet Positionen zu Jugendpolitik, Lieferkettengesetz und Vielfalt auf dem Land - Die KLJB Bayern fordert in einer neuen Position für junge Menschen mehr und feste Ansprechpersonen, Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Diese sind auch und gerade in Zeiten der Corona-Krise bereitzustellen. Ein digital tagender Landessausschuss mit über 30 Delegierten erarbeitete dazu eine Position, mit der der Jugendverband auf die bisher in der Öffentlichkeit vernachlässigte Jugendpolitik und den Blick auf junge Menschen außerhalb ihrer Rolle als Schüler*innen aufmerksam machen möchte.

Junge Menschen werden pauschal negativ dargestellt“

KLJB-Landesvorsitzender Franz Wacker (21, Laberweinting, Landkreis Straubing-Bogen) drückt aus, worum es dem größten Landjugendverband in Bayern mit der jugendpolitischen Position geht:

„Es kann nicht sein, dass junge Menschen auch auf dem Land inzwischen fast nur noch pauschal negativ als gefährliche und undisziplinierte Gruppe dargestellt werden. Dabei sind es unsere Ortsgruppen, die Verantwortung für andere übernehmen und z.B. mit Lieferdiensten für ältere Menschen die Initiative ergreifen. Leider gibt es in den meisten kleinen Orten noch keine klare Linie für die Öffnung von Jugendfreizeiteinrichtungen oder gar neue Ideen, wie Treffpunkte auch unter Corona-Bedingungen möglich sind. Dabei sollten Kirchengemeinden und Politik als erstes die jungen Menschen selbst fragen, was sie in dieser Ausnahmesituation brauchen. Das ist für den sozialen Zusammenhalt im Dorf ebenso wichtig wie der Schutz von Risikogruppen.“

 

Soziale Ungleichheiten wurden in der Pandemie verschärft“

Der Beschluss zitiert Jugendstudien zur Lage in der Corona-Krise: „Die Erfahrung in der Jugendarbeit zeigt, dass die Akzeptanz und das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen gegenüber den erheblichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehr hoch sind, wenngleich sich diese massiv auf ihre eigenen Entwicklungs- und Zukunftschancen auswirken. (…) Der Monitor Jugendarmut der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit stellt überdies fest, dass soziale Ungleichheiten durch die Folgen der Pandemie verschärft und Jugendarmut begünstigt wird.“

 

Wo sind Orte für Jugendarbeit außerhalb von Schule?“

fragt KLJB-Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl und verweist dabei auf die Erfahrung, dass die Jugendarbeit außerhalb von Schule fast ganz vergessen wurde und der wichtige soziale Wert des Miteinanders von jungen Menschen außerhalb von Schule verloren ging. „Die Politik hat sich darauf konzentriert, dass die Wirtschaft und der Unterricht in Kernfächern wieder hochgefahren werden. Aber wo waren und sind die Orte für außerschulische Bildungsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung?“ Maria Stöckl ergänzt weiter: „Darum fordern wir, auch wenn Klassenfahrten nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich sind, Jugendbildungsarbeit zu fördern und im schulischen Kontext Zeiten einzuplanen, in denen nicht der Unterrichtsstoff, sondern das Gemeinschaftserlebnis und erfahrungsorientiertes Lernen im Vordergrund stehen. Angebote wie Tage der Orientierung müssen gerade in schwierigen Zeiten gesetzt sein!“

 

KLJB fordert wirksames Lieferkettengesetz passend zu ihrem Klimaprojekt „HITZEfrei.“

In einem weiteren Beschluss fordert die KLJB Bayern für die letzte Phase der Verhandlungen auf Bundesebene ein wirksames Lieferkettengesetz für ökologische und soziale Produktionsbedingungen weltweit. KLJB-Landesvorsitzende Alexandra Fröhlich (25, Schwarzhofen, Landkreis Schwandorf) fordert: „Das von den Bundesministern Gerd Müller und Hubertus Heil gut vorgelegte Gesetz darf nicht verzögert und verwässert werden, wie es aktuell das Wirtschaftsministerium und Unternehmerverbände betreiben. Zudem komme es beim Lieferkettengesetz auf eine europäische Lösung an, mit der faire Handelsbeziehungen gesichert werden. Der Freistaat Bayern könnte hier mit einer Unterstützung im Bundesrat und einer Vorbildrolle etwa in der öffentlichen Beschaffung und Vergabe tätig werden.“

Für Alexandra Fröhlich passt das „Lieferkettengesetz“ gut zur KLJB und ihrem neuen Projekt „HITZEfrei – Auszeit für die Erde“ für Bildungsarbeit und politische Arbeit zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit: „Als Jugendverband setzen wir uns seit Jahren für einen sozialen Welthandel sowie den globalen Umwelt- und Klimaschutz ein. Auch mit unserem HITZEfrei-Projekt engagieren wir uns nach dem Motto ‚global denken, lokal handeln‘ für nachhaltige Entwicklung in der ‚Einen Welt‘.“

Die KLJB Bayern unterstützt weiterhin die bundesweite Petition für ein wirksames Lieferkettengesetz, gemeinsam mit ihren Dachverbänden der KLJB Deutschland und dem BDKJ und dem vom Eine-Welt-Netzwerk Bayern koordinierten bayerischen Bündnis für ein Lieferkettengesetz.

 

KLJB fordert mehr Vielfalt auf dem Land

In einem dritten Beschluss spricht sich die KLJB Bayern für mehr Vielfalt auf dem Land aus und verpflichtet sich selbst, als katholischer Jugendverband in allen Themen- und Arbeitsbereichen Vielfalt zu fördern und vielfaltssensibel zu agieren.

Landesvorsitzende Kristina Ducke (28. Pegnitz, Landkreis Bayreuth) erläutert, worum es der KLJB hier geht: „Wir erleben jeden Tag als Jugendverband, dass Unterschiede bereichern und dass Vielfalt zuerst im Alltag gelebt wird. Gerade die KLJB als katholischer Jugendverband steht schon heute allen jungen Menschen offen und zeigt, dass ein buntes und vielfältiges Leben für junge Menschen auf dem Land ein hoher Wert ist. Das hat auch unsere große Landjugend-Studie ‚Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt.‘ gezeigt: Junge Menschen vermissen oft die Vielfalt und Toleranz auf dem Land – da wollen wir unseren eigenen Beitrag leisten und auch in Zukunft weiter daran arbeiten, dass Ausgrenzung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit keine Chance haben.“

 

Digitale Andacht und Austauschrunden aus ganz Bayern
 

Julia Mokry, Landesseelsorgerin der KLJB Bayern, gestaltete mit Ehrenamtlichen eine digitale Andacht und freut sich, dass der Landesausschuss wieder viele Räume für Austausch der Delegierten aus ganz Bayern brachte: „Die digitale Form kann eine zeitweilige Notlösung sein, die uns zeigt, wie sehr wir immer noch das persönliche Miteinander vermissen. Dennoch gelingt es uns wie anderen, uns im gemeinsamen Gebet und Gespräch an unterschiedlichen Orten zu einer Gemeinschaft zu verbinden. Und gerade der Übergang zum virtuellen Stammtisch am Abend zeigte, was in der KLJB zusammengehört: Der Glaube im Alltag und die freie Gemeinschaft von jungen Leuten unter sich.“

 

Die KLJB Bayern ist der größte ländliche Jugendverband in Bayern, in dem sich über 26.000 junge Christinnen und Christen selbst organisiert und demokratisch, kompetent und engagiert für das Leben auf dem Land einsetzen.

 

Pressemitteilung KLJB-Landesausschuss als pdf-Datei

Sharepic Franz Wacker als png-Datei und Porträtfoto Franz Wacker, KLJB-Landesvorsitzender (Foto: Heiko Tammena, KLJB)

 

Risikogruppe Jugend? - Für eine starke Jugendpolitik in Zeiten der Krise! (Landesausschuss, 7.11.2020)

Hätte, hätte, Lieferkette? KLJB fordert ein wirksames Lieferkettengesetz auf Bundesebene, in Europa und für Bayern (Landesausschuss, 7.11.2020)

Vielfalt auf dem Land - Unsere Selbstverpflichtung für eine bunte KLJB (Landesausschuss, 7.11.2020)

 

 

 

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man seine Nachbarn no kennt.“
Manuel