Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Nutzung der Website sind Sie mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden.  > Mehr dazu

Aktuell

Neuer Termin für die Fachtagung zum Projekt "Stadt. Land. Wo?": Vom 4.-5. Dezember 2020 in Niederalteich!

15 Untersuchungskommunen in drei Regionen wurden mit rund 600 Befragten in drei Jahren Forschung untersucht.

KLJB-Studie „Stadt. Land. Wo?“ lieferbar - Fachtagung in Niederalteich auf 4.-5.12.2020 verschoben!

Die KLJB Bayern wird vom 4. bis 5. Dezember 2020 auf einer Fachtagung in Niederalteich die Ergebnisse der großen Landjugendstudie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“ diskutieren. Den für den 24.-25. April geplanten Termin müssen wir wegen der aktuellen Lage verschieben, um uns mit allen Interessierten und Expertinnen und Experten über Impulse für Jugendarbeit, Regionalmanagement und Kommunalpolitik austauschen zu können. Die Fachpublikation zum Projekt mit allen Ergebnissen und Fachbeiträgen ist ab sofort im Landjugendshop der KLJB lieferbar, eine Kurzfassung ist seit Anfang März hier als Download vorhanden. Das vom bayerischen Umweltministerium unterstützte Projekt der KLJB Bayern in 15 Untersuchungskommunen verschiedener Regionen wurde gemeinsam mit dem isr (Institut für Stadt- und Regionalmanagement in München) durchgeführt. 

Projekt „Stadt. Land. Wo?“ endet mit Publikation und Fachtagung

Abgeschlossen wird das Projekt am 24. April 2020 mit dem Erscheinen einer ausführlichen, wissenschaftlichen Publikation der Ergebnisse und Bewertungen von bereits an der Studie beteiligten Fachleuten aus Sozialgeographie, Jugendarbeit und Politikberatung.

Eine Fachtagung am 4.-5.12.2020 in Niederalteich (bei Deggendorf) wird dann mit Expertinnen und Experten wie Prof. Dr. Manfred Miosga (Präsident Akademie Ländlicher Raum Bayern) und dem wissenschaftlichen Leiter der Studie, Prof. Dr. Joachim Vossen vom isr in München über Impulse für Jugendarbeit, Regionalmanagement und Kommunalpolitik diskutieren.

 

Theresa Schäfer, Referentin für Ländliche Räume der KLJB-Landesstelle und für den Abschluss der großen Studie zuständig, erklärt, worauf es dem größten Jugendverband auf dem Land bei der Fachtagung in Niederalteich ankommt: „Wir wollen nach intensiver Forschung Impulse für Kirche, Politik und Gesellschaft geben, was die Jugend auf dem Land wirklich braucht. Nur mit starker Jugendbeteiligung und Jugendpolitik kann auch im demographischen Wandel erreicht werden, dass die jungen Generationen nicht völlig abwandern und auf dem Land fehlen werden, wie es in einigen Regionen außerhalb Bayerns schon der Fall ist. Dazu freuen wir uns auf den Austausch mit einigen sehr guten Beispielen für aktive Jugendprojekte auf dem Land, die wir in Niederalteich in einer Ideenbörse vorstellen wollen wie den Jugendrat in Viechtach, die digitale Vernetzung von Silicon Vilstal oder die weltweiten Kontakte von Abgewanderten beim Netzwerk world-wide-woid.“

 

FAQ zur Studie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“

  • Projektträger der Studie ist die KLJB Bayern, die seit vielen Jahren zur Thematik der Entwicklung ländlicher Räume arbeitet.
  • Unterstützt wird die Studie vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement (ISR) in München, unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Vossen.
  • Gefördert wird die Studie vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Nachhaltige Entwicklung in Kommunen)
  • Ziel des Forschungsprojekts ist es, Erkenntnisse über Motive junger Menschen zum Bleibe- und Rückkehrverhalten in ländlichen Kommunen Bayerns zu gewinnen und dabei das Verhältnis von harten und weichen Standortfaktoren zu berücksichtigen. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für kommunale Akteure und die Jugendarbeit am Land zur Verbesserung der Bleibebereitschaft erarbeitet werden. 
  • Befragt wurden rund 600 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Sie kamen in Workshops, persönlichen und Onlinebefragungen sowie Einzelinterviews zu Wort.
  • Zeitraum der Untersuchungen war von Sommer 2017 bis Ende 2019.
  • Untersuchungsregionen waren drei mit jeweils fünf Untersuchungskommunen definiert: „Bayerischer Wald“ in der Kategorie „Teilraum mit besonderem Handlungsbedarf“, die Region „Deggendorf-Plattling“ als „ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen“ und die Region „Regensburg Umland“ mit den Merkmalen eines „Verdichtungsraumes“.
  • Untersuchungskommunen waren 15 Orte, davon fünf im Landkreis Regensburg (Barbing, Laaber, Mintraching, Obertraubling, Sinzing), fünf im Landkreis Deggendorf (Aholming, Hengersberg, Metten, Moos, Niederalteich) sowie fünf im Bayerischen Wald (Schönthal und Chamerau im Landkreis Cham, Arnbruck im Landkreis Regen sowie Röhrnbach und St. Oswald-Riedlhütte im Landkreis Freyung-Grafenau).

 

Was sind einige zentrale Ergebnisse der Landjugend-Studie?

 

Starke ​​​Bindung an das eigene Dorf und schwache Beteiligung an der Zukunft

„Wir sind überrascht: Die emotionale und persönliche Bindung an das eigene Heimatdorf mit starken sozialen Strukturen ist für junge Leute bis heute die größte Stärke beim Leben auf dem Land und damit ihr Grund, auch in peripheren Regionen zu bleiben oder zurückzukehren. Eine der größten Schwächen ist für sie dagegen die mangelnde Beteiligung an für sie wichtigen Zukunftsfragen vor Ort. Hier muss die Politik ansetzen, wenn sie die Jugend nicht verlieren will!“, bilanziert Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl nach drei Jahren Forschung.

 

„Weiche, soziale Faktoren entscheiden über Gehen oder Bleiben“

Die neue Jugendstudie kann dabei viele in Jugendarbeit und Politik oft gestellten Fragen beantworten: Was bewegt junge Leute, auf dem Land in Bayern zu bleiben? Was bewegt andere, vom Land in die Stadt zu ziehen? Und was bewegt, aus der Stadt wieder zurück aufs Land zu ziehen?

 

Landesvorsitzende Kristina Ducke aus Pegnitz (Landkreis Bayreuth) erklärt, was sie besonders interessant an den Ergebnissen findet:

„Es sind ganz offensichtlich die sogenannten weichen, sozialen Faktoren wie Bindungen an die Familie, Freundschaften und eine regionale Sozialkultur wie Arbeitsplätze und Infrastruktur, die wirklich für viele junge Leute entscheidend sind, wenn sie im Heimatort bleiben oder dahin zurückkehren. Sie wurden in den Fachgesprächen, Workshops und Befragungen immer wieder als größte Stärke auf dem Land betont. Mit den in der Politik oft diskutierten Schwächen bei Mobilität, digitaler Infrastruktur und Vielfalt der Wohnungen und Arbeitsplätze können sich viele dagegen arrangieren, auch wenn sie hier Kritik haben.“

 

Kristina Ducke ergänzt für sie spannende Ergebnisse der Studie:

„Dazu kommen als positive Faktoren die Nähe zur Natur und kulturelle Bindungen, die dazu führen, dass die Jugend wirklich noch sehr gerne auf dem Land lebt. Kritisch wird dagegen neben zu wenig Jugendbeteiligung die mangelnde Toleranz und Akzeptanz für Vielfalt in den Lebensentwürfen vieler junger Leute gesehen. Hier muss die Politik ansetzen und kulturelle und soziale Einrichtungen fördern, die zur Jugend passen und eine eigenständige und vielfältige Jugendarbeit möglich machen. Ohne das ist jede reine Regional- und Wirtschaftsförderung auch in peripheren Regionen für uns nur eine halbe Sache.“

 

Maria Stöckl: „Sehr viel, was Land und Stadt bis heute trennt“

Für Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl ist noch etwas auffällig: „Aus den Ergebnissen zeigt sich, dass die Kategorien Land und Stadt bis heute starke Identitäten bilden und für das eigene Leben junger Leute sehr wichtig sind. Es gibt gerade in peripheren Regionen eine starke Abgrenzung zur Stadt, die mit dem Betonen der starken Bindung an den Heimatort zusammen geht. Die allermeisten jungen Leute leben einfach sehr gerne in ihrem Dorf auf dem Land und wollen hier ihre Zukunft selbst gestalten und erleben! Wichtig ist auch, dass es nicht abstrakt um Leben irgendwo auf dem Land geht, sondern fast ausschließlich die eigene ländliche Heimatumgebung als weiteres Wohn- und Lebensumfeld gewünscht ist. ‚Da Woid, der is mei Himmelreich‘, fasste ein junger Workshopteilnehmer das passend zusammen. “

 

     

 

Kurzfassung der Studie Stadt Land Wo 2.3.2020 als pdf-Download 

 

Neuer Einladungsflyer Fachtagung 4.-5.12.2020 in Niederalteich als pdf 

 

Termin auf Facebook, um Leute einzuladen

 

Bestellung der Publikation zur Studie  im Landjugendshop der KLJB Bayern!

 

 

 

Adresse: www.lvhs-niederalteich.de

Bildungshaus Landvolkshochschule St. Gunther e. V.

Hengersberger Straße 10, 94557 Niederalteich

 

Pressemitteilung 2. März 2020 als pdf-Download

 

Die KLJB Bayern ist der größte ländliche Jugendverband in Bayern, in dem sich über 26.000 junge Christinnen und Christen selbst organisiert und demokratisch, kompetent und engagiert für das Leben auf dem Land einsetzen.

Kontakt: Dr. Heiko Tammena, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und politische Arbeit

 

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man seine Nachbarn no kennt.“
Manuel