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Aktuell

Unsere online-Fachkonferenz zum Projekt "Stadt. Land. Wo?" hatte mit fast 150 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland eine sehr große Resonanz - vielen Dank an alle, die dabei waren!

In zehn graphic-recording-Zeichnungen von Maria Stöckl lässt sich die Tagung nacherleben - Download als pdf hier unten.

KLJB-Studie „Stadt. Land. Wo?“ vorgestellt: Starke Bindung an das eigene Dorf und Kritik bei Mobilität, Vielfalt und Partizipation

Die KLJB Bayern stellte heute erstmals bei einer Online-Fachtagung mit fast 150 Teilnehmer*innen zentrale Ergebnisse der großen Landjugendstudie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“ und ihre Vorschläge für Folgen in Politik und Jugendarbeit vor. Mit Expert*innen wie Prof. Dr. Manfred Miosga (Präsident Akademie Ländlicher Raum Bayern) und dem wissenschaftlichen Leiter der Studie, Prof. Dr. Joachim Vossen vom isr München (Institut für Stadt- und Regionalmanagement), wurden die Ergebnisse und Impulse für Jugendarbeit, Regionalmanagement und Kommunalpolitik aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.

Zentrales Ergebnis ist für Maria Stöckl, KLJB-Landesgeschäftsführerin: 

„Viele junge Menschen leben sehr gerne auf dem Land und meinen damit ihr eigenes Dorf, ihr Umfeld, soziale Netzwerke und das Zugehörigkeitsgefühl als große Stärken. Sie drücken aber auch klar aus, woran es mangelt wie bei den Themen Mobilität, Jugendbeteiligung und Vielfalt auf dem Land. Die letzten zwei Schwächen sind für uns als Jugendarbeit ein bekanntes Thema, die mangelnde Beteiligung an für die Jugend wichtigen Zukunftsfragen vor Ort und die Offenheit auch für schräge Lebensentwürfe und für die Vielfalt der Jugendkulturen. Hier muss die Politik gerade 2021, wenn wieder Lockerungen und öffentliches Leben nach Corona möglich werden, ansetzen, wenn sie die Jugend nicht verlieren will!“

 

KLJB-Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter war als Moderator der Konferenz begeistert von der großen Resonanz:

„Wir freuen uns über das große Interesse, mit dem wir so gar nicht gerechnet hatten. Das zeigt, wie wichtig Jugendforschung und Jugendarbeit auf dem Land ist und wie viele sich dafür engagieren. Wichtig ist uns auch die weitere Verbreitung der Studienergebnisse über die Jugendarbeit hinaus in die Politik, wo es schon einige Gespräche mit uns gibt, um mehr Jugendbeteiligung und eine eigenständige und vielfältige Jugendarbeit auch auf dem Land möglich zu machen. Wir planen nun für 2021, wie wir die Begegnungen und Impulse bei der Online-Fachtagung weiter den Austausch über die Studie nutzen können. “

 

Prof. Dr. Manfred Miosga, Präsident der Akademie Ländlicher Raum Bayern, bewertete die Studie als sehr wichtigen Beitrag zur Debatte um nachhaltige Entwicklung auf dem Land, bei der eine aktive Jugendpolitik ein wichtiger Beitrag auch für kleine Gemeinden sei. Er bemerkte zudem, dass es in Bayern kaum vergleichbare Forschungen zum Stand der gleichwertigen Lebensverhältnisse von Stadt und Land als Verfassungsziel gäbe.

Zudem gaben bei der Tagung Fachleute weitere Impulse wie Winfried Pletzer. Der Fachautor und Berater für Jugendpolitik verwies auf Themen, die bei jungen Menschen auf dem Land vorherrschen: Wie „Stadt. Land. Wo?“ stellten auch andere Studien und Befragungen die Themen Verkehr, digitale Infrastruktur, Umwelt und mangelnde Jugendbeteiligung in den Vordergrund. Kommunale Jugendpolitik ist für ihn gerade auch Aufgaben kleiner Kommunen, die im Feld der Jugendarbeit am nächsten dran sind: „Jugendpolitik wird oft nur als ein Problemfeld gesehen, es ist aber eine elementare Standortfrage und Zukunftsfrage jeder Gemeinde!“

Dr. Stefan Detig, ebenfalls Fachautor zum Thema kommunaler Wohnungsbau und Altbürgermeister von Pullach, informierte detailliert über Möglichkeiten auch für günstigen und schnellen Mietwohnungsbau, der gerade junge Erwachsene in ihren Heimatorten halten könne.

KLJB-Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl beendete die Veranstaltung mit einem Beitrag zu „sozialen Perspektiven“ auf dem Dorf. Für sie ist die große Stärke des sozialen Miteinanders und des Lebens der Vereine und selbst organisierter Kultur auf dem Land zugleich immer verbunden mit der Aufgabe, junge Lebenswelten in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und alle mit einzubinden statt ausgrenzend zu wirken. Die KLJB leiste dazu ihren eigenen Beitrag und will dieses weiter verstärken.

 

Theresa Schäfer, Referentin für Ländliche Räume der KLJB-Landesstelle und für den Abschluss der großen Studie zuständig, erklärt, worauf es dem Jugendverband bei der Fachtagung ankam: „Wir wollen nach intensiver Forschung Impulse für Kirche, Politik und Gesellschaft geben, was die Jugend auf dem Land wirklich braucht. Dazu freuen wir uns auf den weiteren Austausch bei anderen Tagungen, wo wir das Forschungsprojekt vorstellen. Wichtig ist uns auch der Kontakt mit einigen sehr guten Beispielen für aktive Jugendprojekte auf dem Land, die wir bei der geplanten Präsenzveranstaltung in Niederalteich in einer Ideenbörse vorstellen wollten wie den Jugendrat in Viechtach, die digitale Vernetzung von Silicon Vilstal oder die weltweiten Kontakte von Abgewanderten beim Netzwerk world-wide-woid. Das werden wir bei nächster Gelegenheit auf jeden Fall nachholen!“

 

FAQ zur Studie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“

  • Projektträgerin der Studie ist die KLJB Bayern, die seit vielen Jahren zur Thematik der Entwicklung ländlicher Räume arbeitet.

  • Unterstützt wird die Studie vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement (ISR) in München, unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Vossen.

  • Gefördert wird die Studie vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Nachhaltige Entwicklung in Kommunen)

  • Ziel des Forschungsprojekts war es, Erkenntnisse über Motive junger Menschen zum Bleibe- und Rückkehrverhalten in ländlichen Kommunen Bayerns zu gewinnen und dabei das Verhältnis von harten und weichen Standortfaktoren zu berücksichtigen. Darauf aufbauend sollten Handlungsempfehlungen für kommunale Akteure und die Jugendarbeit am Land zur Verbesserung der Bleibebereitschaft erarbeitet werden. 

  • Befragt wurden rund 600 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Sie kamen in Workshops, persönlichen und Onlinebefragungen sowie Einzelinterviews zu Wort.

  • Zeitraum der Untersuchungen war von Sommer 2017 bis Ende 2019.

  • Untersuchungsregionen waren drei mit jeweils fünf Untersuchungskommunen definiert: „Bayerischer Wald“ in der Kategorie „Teilraum mit besonderem Handlungsbedarf“, die Region „Deggendorf-Plattling“ als „ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen“ und die Region „Regensburg Umland“ mit den Merkmalen eines „Verdichtungsraumes“.

  • Untersuchungskommunen waren 15 Orte, davon fünf im Landkreis Regensburg (Barbing, Laaber, Mintraching, Obertraubling, Sinzing), fünf im Landkreis Deggendorf (Aholming, Hengersberg, Metten, Moos, Niederalteich) sowie fünf im Bayerischen Wald (Schönthal und Chamerau im Landkreis Cham, Arnbruck im Landkreis Regen sowie Röhrnbach und St. Oswald-Riedlhütte im Landkreis Freyung-Grafenau)

Zur Studie ist eine ausführliche, wissenschaftliche Fachpublikation der Ergebnisse und Bewertungen von bereits an der Studie beteiligten Fachleuten aus Sozialgeographie, Jugendarbeit und Politikberatung erschienen.

Die Fachpublikation ist im landjugendshop.de der KLJB Bayern als Druck und Download erhältlich.

 

Pressemitteilung als pdf-Download

Screenshot mit KLJB-Logos als druckfähige png-Datei

 

Padlet mit weiteren Links und Beispielen von der Fachkonferenz

 

Graphic recording - Zeichnungen von Maria Stöckl zur Fachtagung und allen Vorträgen als pdf

 

Aufzeichnung der Fachtagung bei Youtube

 

 

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil‘s immer a Gaude gibt.“
Celina