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Essen und Trinken

Essen und Trinken

Ich hätte nie gedacht, dass ich in einem so entfernten Land eine Küche treffen würde, die mir so - nahezu - ausnahmslos schmeckt!
Wir wurden als Gäste der UJRCS unglaublich gut bekocht und verwöhnt. Besonders bei unseren Aufenthalten in der Stadt Thiès waren die Platten so a fella - a maja (Serer - viel und gut), dass ich mit dem Eindruck nach Hause fuhr, die senegalesische Küche sei generell sehr üppig und fisch-, fleisch- und gemüsereich. Ist sie auch - wenn die Zutaten verfügbar und bezahlbar sind! Dass dies oft für die normalen Familien nicht der Fall ist, haben wir während unseres Aufenthaltes in Ndiaganiao, einer größeren Gemeinde in einer eher trockeneren Gegend, erlebt.

Zu den Spezialitäten des Senegal zählen poulet oder poisson yassa (Hühnchen oder Fisch mariniert und gegrillt mit Zwiebelsoße), maffé (ein Eintopf auf Erdnussbasis) und tié-bou-dienne (Reis mit Fisch und Gemüsesoße).
Wir waren sehr überrascht, dass wir zwar bei der Zubereitung der Speisen zusehen durften, unsere Mithilfe vor und nach dem Essen aber nicht dem senegalesischen Gastverständnis entspricht und nicht erwünscht war. Zu meinem Entsetzen habe ich mich an diese Untätigkeit auch noch schnell gewöhnt!!!

Das traditionelle Grundnahrungsmittel im Senegal ist die Hirse, im Süden auch der Reis. Das Getreide wird über die Regenzeit in den Sommermonaten angebaut, im Herbst geerntet und die Erträge müssen dann bis zur nächsten Erntezeit reichen. Pascal Ngor Diop aus Ndiebel hat uns seine Hirsespeicher gezeigt und stolz erklärt, dass der Vorrat für seine Großfamilie wohl bis in den Sommer hinein reicht. Danach muss zugekauft werden.

Die Hirseverarbeitung ohne Mühlen ist sehr anstrengend. Die Frauen stehen täglich mehrere Stunden beim Stampfen mit Riesen-Mörser und Stößel. Seit einigen Jahrzehnten ist aber der importierte, billige, weil subventionierte Reis aus den USA oder Asien so günstig, dass er die Hirse und den einheimischen Reis verdrängt und ersetzt und darüber hinaus den Hirseanbau unrentabel macht.

Ein Hochgenuss indessen ist es, an einem lauen senegalesischen Märzabend nach einem guten und reichhaltigen Abendessen zusammen mit Freunden aus Bayern und dem Senegal ein kühles Gazelle - das in Dakar gebraute Mais- oder Hirse-Bier - oder ein Glas kühles Djindja - die selbstgemachte Ingwerlimo - zu genießen.


Melanie Reitinger-Hönig

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil‘s do de gmiadlichsten Festl gibt.“
Michi