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Der bei der 65. Landesversammlung in Pfünz neu gewählte KLJB-Landesvorstand - von links Landesseelsorger Richard Stefke, ehrenamtliche Landesvorsitzende Andreas Deutinger, Rupert Heindl, Regina Braun, Stefanie Rothermel, Oliver Kurz, Ramona Friedrich und Landesgeschäftsführerin Maria Kurz.

65. Landesversammlung in Pfünz: KLJB wählt sechs Landesvorsitzende und kritisiert Bayerns Asylpolitik

Die 65. Landesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern hat sechs ehrenamtliche Landesvorsitzende gewählt und damit erstmals seit 1988 einen komplett besetzten Landesvorstand. Die KLJB-Landesversammlung fand vom 19. bis 22. Juni 2014 im Schloss Pfünz (Landkreis Eichstätt) statt. Die rund 90 KLJB-Delegierten aus ganz Bayern verabschiedeten als aktuelle Positionen „Landpastoral heute“ und einen kritischen Aufruf zur Asylpolitik in Bayern unter dem Titel „Willkommen in Bayern!? Unsere Verantwortung für Asylsuchende.“

  

Fünf neue KLJB-Landesvorsitzende aus drei Diözesanverbänden

Erstmals seit 26 Jahren werden in der KLJB die maximal möglichen Ämter von drei weiblichen und drei männlichen Landesvorsitzenden besetzt. Sie kommen aus den drei KLJB-Diözesanverbänden München und Freising, Augsburg und Passau.

 

Regina Braun (25) aus Samerberg (Landkreis Rosenheim), Diözesanverband München und Freising, Lehramtsstudentin in Regensburg.

 

Rupert Heindl (25) aus Kirchdorf (Landkreis Mühldorf, Diözesanverband München und Freising), Maschinenbau- und Theologiestudent in München.

 

Stefanie Rothermel (22) aus Ungerhausen (Landkreis Unterallgäu, Diözesanverband Augsburg), Studentin Kulturjournalismus in München.

 

Ramona Friedrich (26), aus Heiligkreuz (Landkreis Traunstein,  KLJB-Kreisvorsitzende Altötting, Diözesanverband Passau), Bankbetriebswirtin.

 

Oliver Kurz (25) aus Eging am See (Landkreis und Diözesanverband Passau), Handwerksmeister der Sanitär- und Heizungstechnik.

 

Als Landesvorsitzender wiedergewählt wurde Andreas Deutinger (28) aus Tacherting (Landkreis Traunstein, Diözesanverband München und Freising), Student in München.

 

Aktuelle KLJB-Themen: Landpastoral und Flüchtlinge auf dem Land

Beim Thema Landpastoral legt der KLJB-Landesvorstand zehn Jahre nach dem letzten Grundsatzbeschluss „Kirche auf dem Land“ eine erneuerte Position „Landpastoral heute – Beitrag, Anspruch und ökumenische Perspektiven der KLJB Bayern“ vor. Sie will auf die Strukturveränderungen in ländlichen Räumen reagieren, kirchliche wie kommunale Akteure vor Ort zur Zusammenarbeit auffordern und dazu aufrufen, künftig ökumenischer zu denken.

 

Der interkulturelle Studienteil und ein Beschluss zum Thema Asylpolitik, insbesondere zur besseren Integration von Flüchtlingen in ländlichen Regionen, steht in der Tradition der KLJB, sich in aktuelle Fragen von Kirche, Gesellschaft und Politik auf dem Land einzumischen und die christliche Pflicht zum Einsatz für Bedürftige und Schutzlose in eigenes Handeln umzusetzen.

 

Die KLJB betont in ihrem Beschluss zum Thema, dass die ausbeuterische Lebens- und Wirtschaftsweise in bestimmten Teilen der Erde andernorts Menschen die Lebensgrundlage entzieht: „Wir sind mitverantwortlich für die Bedingungen, die Menschen in die Flucht treiben“, heißt es in dem Beschluss.

 

KLJB unterstützt Forderungen des Bayerischen Jugendrings zur Asylpraxis

In der Ausführung des auf EU- und Bundesebene eingeschränkten Asylrechts sei Bayern am restriktivsten. Für ein Umdenken und politische Änderungen auf Landesebene unterstützt die KLJB die Forderungen des Bayerischen Jugendrings vom März 2014, u.a.:

-          Asylsozialberatungen bedarfsgrecht auszubauen

-          Unabhängige Beratung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge besser zu schützen

-          Kleinere dezentrale Unterkünfte statt Gemeinschaftsunterkünften

-          Deutsch- und Orientierungskurse auch in ländlichen Räumen ausreichend anzubieten

-          Ausbildung und Arbeitsaufnahme so früh wie möglich zuzulassen

        

Kommunen und Kirchen sollen Konzepte für Flüchtlinge entwickeln

Besonders auf dem Land sei es nötig, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig zu informieren über geplante Unterkünfte und ihre Ängste nicht von Rechtsextremen oder im Wahlkampf auszunutzen. Kommunen sollten gemeinsam mit Kirchen, Verbänden und Vereinen Konzepte für eine Teilhabe und Integration im Dorf entwickeln.

KLJB-Landesvorsitzender Andreas Deutinger erklärt den Ansatz der KLJB in der Diskussion: „Uns geht es außer der wichtigen Willkommenskultur auf dem Land um die richtigen politischen Weichenstellungen im Asylrecht. Nicht zuletzt wollen wir aber auch auf die Fluchtursachen eingehen. Wie Papst Franziskus in Lampedusa feststellte, liegen diese wesentlich in den ungerechten Weltwirtschaftsbeziehungen.“

 

Jugendgottesdienst mit Weihbischof Wörner und Verabschiedungen       

Einen Jugendgottesdienst gestaltete der in der Freisinger Bischofskonferenz zuständige Jugend-Weihbischof Florian Wörner (Bistum Augsburg) mit. Zur feierlichen Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder im Landesvorstand Vroni Hallmeier, Stephan Barthelme und Martin Wagner kamen zahlreiche Gäste aus der KLJB und befreundeten Organisationen.

 

 

DieKLJB Bayern ist der größte ländliche Jugendverband in Bayern, in dem sich mehr als 26.000 junge Christinnen und Christen selbst organisiert und demokratisch, kompetent und engagiert für das Leben auf dem Land einsetzen.

 

Pressemitteilung als pdf-Download (229 kB)

 

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Beschluss Willkommen in Bayern! Asylpolitik (pdf)

 

Beschluss Landpastoral heute (pdf)

 

Foto-Galerien zur Landesversammlung gibt es hier und auf Facebook und in der KLJB-Bayern-App

 

Kurzfilm zur Landesversammlung auf Youtube (2:18 Min.)

 

Handout vom Studienteil: Interkulturelles Training u.a. mit Maximilian Engl 

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil‘s immer a Gaude gibt.“
Celina