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Zum Erfolg des 3. Lanpastoralen Symposions trugen unter anderen bei: Dr. Franz Schregle (Referent für Gemeindeentwicklung im Bistum Augsburg), Andreas Heger (ehem. KLJB-Bundesseelsorger), Msgr. Prof. Dr. Konrad Schmidt (Rektor der Landvolkshochschule Hardehausen), Daniel Robbert (Diözesanpräses der KLJB im Erzbistum Paderborn), Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Bischof von Osnabrück, stellvertretender Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz), Prof. Dr. Hanneliese Steichele (Professorin für Biblische und Historische Theologie an der KFH Mainz), Gisèle Bulteau (Beauftragte für die örtlichen Gemeinden im Bistum Poitiers, Frankreich), Stephan Kreye (Dozent an der Landvolkshochschule Hardehausen) und Dr. Hadwig Müller (Referentin am Missionswissenschaftlichen Institut missio e.V., Aachen).

Aufbruch in neue Räume

3. Landpastorales Symposion in Hardehausen: Gemeinde entsteht durch Beziehungsräume, nicht durch geografische Begrenzungen.

Hardehausen/Bad Honnef-Rhöndorf, 24. November 2008. „Der Geist Gottes kann auch ohne kirchliche Strukturen seinen Platz in den Menschen finden“ – diese Einschätzung teilten die rund 85 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis auf dem 3. Landpastoralen Symposion vom 21. bis 22. November 2008 in Hardehausen bei Paderborn. Eines der zentralen Ergebnisse der Fachveranstaltung bestand in der Erkenntnis, dass Pfarreien meist unbewusst als geschlossene Behälter betrachtet werden, in denen bestimmte Menschen und Ereignisse einen festen Platz finden. Aber auch durch räumliche Bewegungen und zeitliche Prozesse werden religiöse Erfahrungen ausgelöst. Dass dabei neue Glaubensorte entstehen und wieder verschwinden, würde in der Pastoral bisher noch kaum beachtet, stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest.

Das nunmehr dritte Symposion dieser Reihe bot unter dem Motto „Gottes Räume – Räume der Menschen“ eine Plattform der Vernetzung und des Austausches für Menschen, denen an einer guten Entwicklung des Landes gelegen ist. Im Rahmen von Referaten, Untergruppenarbeit und auf dem Podium diskutierten die Teilnehmenden über Orte der Gottesbegegnung im Spannungsfeld von Mobilität und Heimatgefühl.

Der Augsburger Referent für Gemeindeentwicklung, Dr. Franz Schregle, stieß mit seinen Thesen zum stabilen und relationalen Raumbegriff auf großes Interesse unter den Teilnehmenden. „Bislang sollte Kirche auf dem Land vorwiegend das Herz des Dorfes sein. In unserer Zeit muss dieses Raumbild buchstäblich erweitert werden: Kirche sollte als Seele der Landschaft wahrgenommen werden“, so Schregle. Daher gelte es, in Pastoral und Theologie eine zeitgemäße Vorstellung vom Raum zu entwickeln. Zum einen bräuchten die Menschen ein stabiles Gegenüber, sie müssten sich verlässlich in Gott beheimatet fühlen. Gleichzeitig sei es wichtig, Räume als fließend anzusehen, weil die Menschen überall im Alltag Gott begegnen können.

Mit praktischen Erfahrungen aus Frankreich belebte Gisèle Bulteau aus dem Bistum Poitiers den Austausch zwischen den Landakteurinnen und Landakteuren. Die Beauftragte für die örtlichen Gemeinden verfügt über 15 Jahre Erfahrung in einer ländlich geprägten Ortskirche. Hier setzen Christinnen und Christen in selbstorganisierten Pastoral-Teams ihren Auftrag der Taufe in die Tat um. Unterstützung und Ausbildung für ihre Seelsorge-Arbeit in ländlichen Regionen erhalten sie aus dem Bistum. Das Vertrauen, das die Bistumsleitung in ihre Arbeit setzt, kommt in einer offiziellen Beauftragung für die Seelsorge zum Ausdruck.

 Mit einem Referat und seiner Teilnahme an einer Podiumsdiskussion beteiligte sich auch der Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode, stellvertretender Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Er zeigte sich beeindruckt von der ganzheitlichen Betrachtung des Raumes auf dem Landpastoralen Symposion. Hier sei der Raumbegriff in Bezug auf Weite, Nähe und Tiefe diskutiert worden und habe somit die Vielgestaltigkeit der Pastoral im Blick gehabt. In diesen Beobachtungen bestätige sich ein wichtiges Handlungsfeld der Zukunft: „Eine besondere Herausforderung für uns ist auf der einen Seite, eine Weite der Räume und der Gedanken zu ermöglichen, auf der anderen Seite aber auch die Nähe und Erreichbarkeit der Kirche für die Menschen zu gewährleisten.“

Hanneliese Steichele, Professorin für Biblische und Historische Theologie an der KFH Mainz, verdeutlichte auf dem Symposion, dass auch die Rede vom „Reich Gottes“ nicht einfach nur innerlich-spirituell gemeint sei. Vielmehr müsse die Botschaft der Bibel im Beziehungsraum einer konkreten Gemeinde erlebbar sein.

Die zweitägige Fachveranstaltung des 3. Landpastoralen Symposions wurde veranstaltet von der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) mit ihren Geschäftsstellen auf Bundesebene und in Bayern sowie vom Verbund der Katholischen Landvolkshochschulen, insbesondere der Katholischen Landvolkshochschule „Anton Heinen“ in Hardehausen.

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil wir alle eine große Familie sind.“
Sandra