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Ganz viel Frauenpower gab es beim Studientag "Du bist Königin, Priesterin, Prophetin. Packen wir's an" in der LVHS Niederalteich. V.l.n.r.: Ramona Friedrich (KLJB-Landesvorsitzende), Eva-Maria Heerde-Hinojosa (Leiterin Misereor-Arbeitsstelle Bayern), Barbara Schmidt (Referentin für Theologie, KLJB Bayern), Stefanie Rothermel (KLJB-Landesvorsitzende), Dr. Elfriede Schießleder (Vorsitzende KDFB Bayern), Dr. Kathrin Brockmöller (Direktorin des katholischen Bibelwerks), Irmi Haas (Stellv. Landesvorsitzende KLB Bayern) und Linda Jarosch (selbstständige Referentin und Autorin).

"Du bist Königin, Priesterin, Prophetin" - Ermutigung für Frauen und Männer, selbstbewusst und kämpferisch ihr Christsein zu leben

Vier hochkarätige Referentinnen ermutigten beim gemeinsamen Studientag von KLJB und KLB (Katholische Landvolkbewegung) Bayern am Samstag 27. Juni 2015 in der LVHS Niederalteich 30 Teilnehmende aus allen bayerischen Diözesen, an der Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche dran zu bleiben. KLJB-Landesvorsitzende Stefanie Rothermel: „Ich bin begeistert von den engagierten und mutigen Frauen, die ich auf diesem Studientag treffen und erleben durfte." ...

 

Stefanie Rothermel: "Dazu gehören nicht nur die vier tollen Referentinnen, von denen jede einzelne Vorbildcharakter für so viele Frauen in der Kirche haben kann, sondern auch die Teilnehmerinnen. Ich freue mich, wie viele Frauen, egal ob jung oder alt, sich mit Herzblut und Feuereifer für ihre Sache einsetzen."

 

Dr. Elfriede Schießleder, Landesvorsitzende des KDFB Bayern, betonte die Vielfalt an Talenten und Begabungen, die Frauen mittlerweile in die verschiedensten Bereiche von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft einbringen. In kirchlichen Strukturen seien Frauen immer noch nicht umfassend in die Leitungs- und Ämterstrukturen eingebunden und damit ihr unverzichtbarer Wert nicht voll anerkannt. Dieser gründe in der Gottesebenbildlichkeit des Menschen als Mann und Frau. Während Frauen über ihr Geschlecht definiert würden, würden Männer über ihr Menschsein definiert. Das müsse sich ändern, so Schießleder.

 

Biblische Frauengestalten – bekannte wie unbekannte – wurden von Dr. Katrin Brockmöller, Direktorin des Katholischen Bibelwerks, nach exegetisch neustem Stand beleuchtet. Sie erläuterte, es sei Aufgabe der Könige im Alten Testament, in der Heiligen Schrift zu lesen, um zu erfahren, was gutes Leben ist. Priestern komme die Aufgabe zu, die Schriftrollen aufzubewahren und Prophetinnen und Propheten die verständliche Verkündigung und Deutung der Schriften. Hierbei spielten Männer UND Frauen wichtige Rollen in der Geschichte des Volkes Gottes. 

Anhand neuerer Übersetzungen zeigte Brockmöller, dass gerade auch Prophetinnen wie z.B. Mirjam als Begleiterin und Ermutigerin beim Durchzug durch das Rote Meer wichtige Impulse gesetzt haben. Kamen verschiedene Richtungen in Streit, konnte schon einmal das Volk sich einem bloßen Machtkampf der geistlichen und politischen Führerinnen und Führer verweigern. Die Teilnehmenden werteten dies als Hoffnung für heutige Veränderungsprozesse.

 

Die wechselseitige Würde von Frauen und Männern als Könige und Königinnen, aber auch das kämpferische Verteidigende der eigenen Grenzen betonte Linda Jarosch, selbstständige Referentin, Seminarleiterin und Autorin. Die beiden biblischen Bilder der Königin und der Kämpferin zeigten, wie man sich gegen Kleinmacherei durch andere, aber auch vor Überhöhung über andere schützen könne. Vielmehr führe die Achtung vor der jeweiligen und eigenen Würde zur Begegnung auf Augenhöhe. Jarosch rief auch dazu auf, der wilden Frau, dem wilden Mann in sich Raum zu geben, um die eigene Lebendigkeit nicht zu verlieren.

 

Die stellvertretende KLB-Landesvorsitzende Irmgard Haas betont dazu: „Nachhaltig bleiben wird das prophetische Reden von Frau Jarosch über die königliche Würde. Jede Frau und natürlich auch jeder Mann hat ihre und seine eigene Würde von Gott her und es liegt in der jeweils eigenen Verantwortung, sich dieser Würde immer wieder zu vergewissern und sie gegebenenfalls auch zu verteidigen, egal wo wir stehen, welche Rolle wir haben, wo wir wirken.“

 

Die Leiterin der Misereor-Arbeitsstelle in München, Eva-Maria Heerde-Hinojosa, weitete den Blick auf unerschrockene Frauen und Männer weltweit, die zum Teil unter Einsatz des eigenen Lebens an der Seite der Armen und Unterdrückten gegen ungerechte Wirtschaftsbeziehungen und Politik kämpfen. Sie freut sich, dass Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ hier Impulse setzt, die die KLJB Bayern mit ihrem neuen Projekt Ausgewachsen. Wieviel ist genug?“ aufgreift. Hier werde sich Raum bieten, die eigene Königswürde und die prophetische Kraft fruchtbar werden zu lassen, auch wenn das die Gefahr berge, bisweilen unangenehm anzuecken.

 

Stefanie Rothermel und Irmgard Haas freuen sich mit Martin Wagner (KLB-Landesgeschäftsführer) und Barbara Schmidt (Referentin für Theologie der KLJB-Landesstelle) über die gelungene Kooperation der beiden ländlichen Verbände unter dem Dach des Landesbildungswerks der KLB in Bayern e.V. und den regen Zuspruch sowohl aus den Reihen der KLJB und der KLB Bayern als auch von weiteren interessierten Frauen und Männern aus ganz Bayern.

 

Irmgard Haas: „Als Mitorganisatorin von Seiten der KLB genoss ich bereits im Vorfeld der Veranstaltung die gemeinsame Begeisterung für die Sache sowie das konstruktive Zusammenwirken mit den verantwortlichen Frauen der KLJB. Beides hat es uns letztlich ermöglicht, vier hochkarätige Referentinnen nicht nur anzufragen, sondern auch zu gewinnen.“

 

Stefanie Rothermel: „Die Kooperation zwischen KLB und KLJB war für uns sehr wichtig, um zu betonen, dass es um Frauen jeden Alters geht und wie viel uns alle in unserem Engagement eint. Aber auch die Kooperation mit den vier Referentinnen und ihren Wirkungsstätten ist für uns sehr wertvoll, weil sie zeigt, wie vielschichtig Orte sind, an denen Frauen die Kirche bewegen.“

 

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„Ich bin glücklich auf dem Land, weil do immer wos los is!“
Tobias