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Jugendkonferenz mangels Teilnehmer abgesagt

Die KLJB Bayern wollte Gelegenheit geben, mit der Kirchenleitung zu den sperrigen Themen der Kirche ins Gespräch zu kommen. Doch leider haben sich zu wenige angemeldet.

Auf der Landesversammlung 2010 entstand die Idee, über die Themen Zölibatsverpflichtung, Frauenweihe, Demokratie in der Kirche, Laien und Klerus und Sexualmoral wieder einmal mit der Kirchenleitung ins Gespräch zu kommen, lange bevor der vielzitierte Dialogprozess von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz angekündigt wurde. Mit Jugendbischof Dr. Haßlberger und Prälat Wolf vom Katholischen Büro stellten sich auch zwei kompetente Gesprächspartner zur Verfügung. Trotzdem musste die Jugendkonferenz abgesagt werden.

 

Landesseelsorger Richard Stefke bezieht Stellung:

 

Was sind Deiner Meinung nach die Gründe für das mangelnde Interesse an der Jugendkonferenz ?

Wir haben bei der Werbung für die Jugendkonferenz sehr bald gespürt, dass bei vielen KLJB´lern und KLJB’lerinnen eine große Resignation diesen Themen gegenüber vorherrscht. Man traut der Kirchenleitung nicht mehr zu, ergebnisoffen über das Zölibat oder die Sexualmoral zu sprechen. Ich beobachte, dass man sich anderen Themenfeldern widmet und sich der Kirche nicht mehr so verbunden fühlt.

 

Was heißt das für die KLJB als Kirchlichen Jugendverband ?

Das K in der KLJB spielt weiterhin eine ganz entscheidende Rolle. Viele erleben innerhalb unseres Verbandes tiefe Religiosität, sei es in unseren Gottesdiensten oder auch, wenn man sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt oder für weltweite Gerechtigkeit eintritt. Für viele ist der Glaube das Fundament für ihr Handeln. Allerdings ist festzustellen, dass die Kirchenbindung nachlässt. Viele haben sich still zurückgezogen und sehen die Kirche als ein Gegenüber. Ich finde diese Entwicklung bedenklich, da die Kirche eigentlich Werkzeug sein sollte, die Botschaft vom Gottesreich im Heute lebendig werden zu lassen. Kirche ist nicht die Kirchenleitung, sondern wir alle. Es braucht unbedingt die prophetische Kraft der Jugend. Da ist auch die KLJB gefordert.

 

Die Bischöfe haben einen Dialogprozess angekündigt. Wie beteiligt sich die KLJB an diesem Prozess ?

Jugendliche haben ein gutes Gespür dafür, wie ernst es um einen echten Dialog steht. Der Dialogprozess wurde groß angekündigt, bisher ist davon aber wenig zu spüren. Unsere Verantwortlichen in den Diözesen warten gespannt auf diesen Dialog. Leider ist da in den meisten bayerischen Bistümern bisher wenig passiert. Es liegt nun zuerst an den Bischöfen auf die Jugend zu zugehen.

 

Wie habt Ihr Weihbischof Haßlberger und Prälat Wolf die Absage der Jugendkonferenz erklärt ?

Mit den beiden hätten wir wirklich sehr offene und kompetente Gesprächspartner gehabt, mit denen wir über die Jugendkonferenz hinaus in sehr gutem Kontakt stehen. Gegenseitige Wertschätzung ist da immer zu spüren. Wir haben in einem Brief die Gründe für die Absage erläutert und werden bei nächster Gelegenheit mit beiden nochmals darüber sprechen. Da ist echter Dialog gegeben.

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil‘s immer a Gaude gibt.“
Celina