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Bäuerinnen in Senegal beim Wasser holen

KLJB Bayern: Klimapolitik ist auch Entwicklungspolitik!

Auf ihrer 62. Landesversammlung vom 2. bis 5. Juni auf dem Volkersberg in der Diözese Würzburg verabschiedeten die Delegierten der KLJB (Katholische Landjugendbewegung) Bayern einen Beschluss mit Forderungen an die Akteure der Klima-und Entwicklungspolitik. Inhaltlich vorbereitet wurde der Beschluss bereits beim Landesausschuss im Februar, bei dem sich 30 Delegierte in Workshops mit dem Thema befassten.

Die Versammlung war sich einig, dass die Folgen der globalen Klimaerwärmung unübersehbar  sind. In den Herausforderungen, vor die uns die globale Erwärmung stellt, sieht die KLJB Bayern die Notwendigkeit, Klimapolitik und Entwicklungspolitik noch stärker zu verzahnen.
Zwei Handlungsmöglichkeiten sollen sich auf dem Weg zur Vermeidung einer Klimakatastrophe, die besonders die armen Menschen in den sogenannten „Entwicklungsländern“ treffen würde, ergänzen: Die KLJB Bayern fordert verstärkte Anstrengungen zur Emissionsvermeidung und gleichzeitig Investitionen zur Anpassung an den Klimawandel.

 
Aus dem Beschluss
In vier Bereichen stellen die Delegierten Forderungen:

Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

  • Die KLJB Bayern fordert die technische und finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft in  sogenannten „Entwicklungsländern“ bei der Emissionsvermeidung sowie bei Anpassungsmaßnahmen wie neue Ausbildungsinhalte, angepasste Anbaumethoden, nachhaltiges Wassermanagement, Umstellung von Sorten und Kulturen.
  • Die KLJB Bayern fordert den Vorrang für lokalen Nahrungsmittelanbau gegenüber dem Anbau von landwirtschaftlichen Produkten für den Export, insbesondere Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffe.


Klimaneutrales Wirtschaften

  • Die KLJB Bayern fordert die Eindämmung des CO2 Ausstoßes und die Entwicklung realistischer Konzepte, wie die Zielmarke eines maximalen Ausstoßes von 1,5t CO2 pro Kopf und Jahr erreicht werden kann.
  • Die KLJB Bayern fordert einen Importstop von Biosprit und dessen Rohstoffe aus sogenannten „Entwicklungsländern“ und die Entwicklung alternativer und regenerativer Energieformen.


Menschenrechte wahren

  • Die KLJB Bayern fordert den Status von Klimaflüchtlingen zu klären und Rechtsicherheit zu schaffen.
  • Die KLJB Bayern fordert die Beachtung der Menschenrechte auch bei Klimaschutzmaßnahmen, z.B. bei Staudämme oder Flächennutzung für Biosprit.


Entwicklungspolitik

  • Die KLJB Bayern fordert die Vernetzung der Staatengemeinschaft mit dem Ziel einer wirksamen gemeinsamen Geberstrategie.
  • Die KLJB Bayern fordert eine nachhaltige ländliche Entwicklung in sogenannten „Entwicklungsländern“ zu unterstützen mit besonderem Fokus auf die Förderung von Kleinbauern und –bäuerinnen.


Es gibt zahllose Gründe, warum Entwicklungspolitik Klimapolitik sein muss. Besonders schwer wiegt für die ethische Perspektive. Aus Gründen der Gerechtigkeit zwischen den Generationen muss der Klimawandel auf ein Ausmaß begrenzt werden, dessen Folgen in Zukunft noch bewältigt werden können. Weltweit müssen die Menschen befähigt werden, den regionalen Gegebenheiten angepasst und selbst bestimmt Maßnahmen ergreifen zu können. Dabei ist die Bildung und Ausbildung der betroffenen Bevölkerung ein gefordertes Zeichen der Achtung vor jedem einzelnen Menschen.
Nach dem einstimmigen Beschluss erklärte der Landesvorsitzende Andreas Deutinger, Industriestaaten wie Deutschland müssten endlich ihrer Verantwortung gerecht werden. „Jeder und jede Einzelne muss aktiv werden und seinen/ihren Lebensstil überprüfen; keiner darf sich hinter der Politik verstecken. Aber die Politik muss das ihre tun, indem sie die richtigen Akzente setzt.“ 

 

Zum Beschluss (PDF)

Zur Pressemeldung (PDF)

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man die idyllische Ruhe genießen kann.“
Thomas