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Martin Wagner, KLJB-Landesgeschäftsführer, begrüßt viele im neuen Schulkonzept der SPD in Bayern enthaltene Ansätze.

KLJB begrüßt Schulkonzept „Altmühltaler Plan“

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Bayern begrüßt viele im neuen Schulkonzept der SPD in Bayern enthaltenen Ansätze. Mit dem „Almühltaler Plan“ liegt ein Konzept für eine Gemeinschaftsschule von der fünften bis zehnten Klasse sowie für eine „neue Pädagogik“, die auch die Grundschule mit einschließt, vor.


Besonders überzeugend sind für die KLJB Bayern der pädagogische Ansatz, die Chancen für eine verbesserte Inklusion und die Stärkung der Schulen auch in kleineren Gemeinden. „Viele Punkte in dem Papier, das Herr Güll vorgestellt hat, entsprechen unseren Beschlüssen zur Schule im ländlichen Raum“, so Martin Wagner, Landesgeschäftsführer der KLJB Bayern. „Auch wir sehen in einem längeren gemeinsamen Lernen eine Chance für mehr individuelle Förderung und die längst überfällige Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention“, so Wagner weiter.

In ihrem Beschluss „Schule neu Denken“ vom Februar 2010 fordert die KLJB Bayern ebenfalls eine zehnjährige gemeinsame Schulzeit aller Kinder und ein verändertes pädagogisches Konzept, das weniger auf Frontalunterricht und mehr auf Lernbegleitung setzt.

Schule muss im Dorf bleiben
Ein weiterer wichtiger Punkt des Positionspapiers der KLJB Bayern, der sich auch im Konzept der SPD wieder findet, ist der Erhalt der Schulen in den Dörfern. Martin Wagner: „Schulen sind wichtige Identifikationspunkte für unsere Dörfer – und die Nähe zum Dorf hat wesentlichen Einfluss auf die Qualität von Schule. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele kleine Schulen erhalten bleiben. Längere gemeinsame Schulzeiten und jahrgangsübergreifender Unterricht können dazu beitragen, dass dies gelingt.“

Darüber hinaus verweist Wagner auf die aktuelle Kampagne „HEIMVORTEIL – Punktsieg für’s Land!“: „Als KLJB machen wir uns stark für die ländlichen Räume. Unsere 25.000 Mitglieder packen vor Ort an – und das können sie nur, wenn sie in der Gemeinde Schul- und Ausbildungsplätze finden.“

Jugendarbeit braucht Freiraum
Bei allem Lob für den „Altmühltaler Plan“ gibt es aber auch einen Kritikpunkt: Zumindest auf den ersten Blick lässt sich keine klare Aussage dazu finden, dass Schule auch ihre Grenzen haben muss. Zwar heißt es, dass Schülerinnen und Schüler „mindestens von 7:30 bis 16:00 Uhr, bei Bedarf auch länger“ betreut werden sollen – wichtig wäre aber aus Sicht eines Jugendverbandes vor allem die umgekehrte Rahmenbedingung, die die KLJB ebenfalls seit vielen Jahren fordert: Die schulischen Verpflichtungen müssen – einschließlich aller Hausaufgaben und Lernphasen – spätestens um 16:00 Uhr enden, damit es Zeiten gibt, in denen Kinder und Jugendliche freiwillige Angebote von Jugendverbänden und Vereinen wahrnehmen können. Denn trotz aller Erfolge bei Kooperationsmodellen von Jugendarbeit und Schule und der unbestrittenen Notwendigkeit der gebundenen Ganztagsschule muss es weiterhin Raum und Zeit für die Lern- und Erfahrungswelten der offenen und selbstorganisierten Jugendarbeit geben. „Das muss die SPD in ihrem Konzept noch klarer herausarbeiten“, so Wagner.

Pressemitteilung als pdf

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil's in der Stadt keine Feldwege gibt.“
Malena