Aktuell

Bereits beim Landesausschuss im November 2009 beschäftigten sich die Delegierten der KLJB Bayern mit dem Thema „Schule“.

KLJB fordert neue Schule für Bayern

Landesausschuss in Passau spricht sich für altersübergreifendes Lernen, zehn Jahre gemeinsame Schulzeit und Ganztagsschulen aus. Außerdem soll Schule auch in kleineren Dörfern erhalten bleiben.

 

"Ich war lange auch gegen Ganztagsschulen. Aber als ich bei meiner Tante gesehen habe, wie gut deren Kinder damit klar gekommen sind, habe ich meine Meinung geändert", sagt Sebastian Maier, Landesvorsitzender der KLJB Bayern. Am 21. Februar hatten die rund 30 Delegierten der KLJB (Katholische Landjugendbewegung) Bayern den Antrag ohne Gegenstimmen angenommen. Die wichtigsten  Forderungen sind:

Die Schule muss im Dorf  bleiben
Die Schule als wichtiger Bestandteil des Dorflebens muss im Dorf erhalten bleiben beziehungsweise wieder eingerichtet werden. Die zehnjährige gemeinsame Schulzeit und jahrgangsübergreifender Unterricht, der bereits an vielen bayerischen Schulen erfolgreich praktiziert wird, ermöglichen aus Sicht der KLJB Bayern das Aufrechterhalten von Unterricht vor Ort auch mit deutlich weniger als 300 Schülerinnen und Schülern.

Neue pädagogische Konzepte und eine gemeinsame Schulzeit von zehn Jahren
Schülerinnen und Schüler sollen in heterogenen, altersübergreifenden Gruppen selbständig und voneinander im jeweils eigenen Tempo lernen, begleitet von Pädagoginnen und Pädagogen. Dabei braucht es einen guten Wechsel von Lern- und Entspannungsphasen. Diese in vielen Grundschulen in Bayern bereits bewährte Form des Lernens kann und muss aus Sicht der KLJB auf zehn gemeinsame Schulbesuchsjahre ausgedehnt werden.

Eine verpflichtende Ganztagesschule braucht Möglichkeiten der Öffnung, aber auch Grenzen
Das neue Schulkonzept des BDKJ Bayern macht es erforderlich, dass innerhalb eines gewissen täglichen Zeitrahmens der Besuch der Schule für alle Schüler/-innen verpflichtend ist, um eine Koordinierung der individuellen Lernphasen zu ermöglichen. Auf der anderen Seite sieht die KLJB Bayern das berechtigte Interesse von Eltern, möglichst viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und ihren Beitrag zur Bildung und Erziehung ihrer Kinder zu leisten. Diesem Wunsch der Eltern muss durch deren Einbindung Rechnung getragen werden. Außerdem muss die verpflichtende Schulzeit spätestens um 16.00 Uhr enden, einschließlich aller Zeiten für Hausaufgaben und Lernen.

Bestehende Ganztageseinrichtungen in ein Gesamtsystem einbinden
Die Potentiale (pädagogische Fachkräfte, pädagogische Konzepte, Räumlichkeiten) bereits bestehender außerschulischer Ganztags-Betreuungs-einrichtungen sind in ein Gesamtkonzept für Schulbildung und Betreuung in Bayern einzubinden.

Verschiedenheit als Chance sehen
Einen besonderen Fokus legt die KLJB Bayern auf die Inklusion von lernschwachen Menschen und Menschen mit Behinderung. Sie will einen Paradigmenwechsel, weg von einer Ausgliederung in „Förderschulen“ hin zu einer inklusiven Schulbildung.

Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern: Von der Lern- zur Lebensbegleitung
Lehrer/-innen sollen sich vor allem als Pädagogen begreifen, die junge Menschen begleiten und unterstützen. Ihre Aufgabe geht also über die bloße Wissensvermittlung hinaus. Dafür muss die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern reformiert werden.

Gute Bildung kostet – schlechte Bildung kostet mehr
Die präventiven Effekte von guter Bildung müssen bei einer Kosten-Nutzen-Rechnung mit bedacht werden. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Gelder, die Eltern momentan für Nachhilfestunden ausgeben müssen – nach einer Studie der Bertelsmannstiftung sind das zwischen 942 Millionen und 1,468 Milliarden Euro pro Jahr. Die KLJB Bayern fordert deshalb eine deutliche Aufstockung der Gelder, die im Bereich der  Bildung aufgewendet werden.

Grundlagen für Positionierung
Der vom BDKJ Bayern im Juli 2009 verabschiedete Beschluss „Eine neue Schule für Bayern“ und zwei Beschlüsse der KLJB Bayern aus dem Jahr 2005 „Zukunft der Schule - Überlegungen zur Ganztagsschule“ und „ Bildung ist mehr...!“ bilden die Grundlage für die aktuelle Position. Die Delegierten des Landesausschusses im Herbst 2009 beschäftigten sich außerdem im Rahmen eines Studienteils mit dem Thema.

 

Hier geht's zu den Beschlüssen

 

Bildergalerie zum  Landesausschuss I/2010

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man do no zamhaifd.“
Nicole