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Eine Exkursion der KLJB-Landesversammlung zur Energiewende führte zur Solaranlage auf der ehemaligen Mülldeponie am Stelzhof in Passau.

Landesversammlung der KLJB beschließt „Junge Ideen für neue Energie“

Die Landesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern hat am 20. Mai in Passau ihr Energiekonzept „Junge Ideen für neue Energien!“ beschlossen, das die Wende zu 100% erneuerbaren Energien in Bayern bis 2050 fordert und die nötigen politischen Wege bei Strom und Wärme aufzeigt.

 

 

Der einstimmige Beschluss mit dem Titel Junge Ideen für neue Energien - Energiekonzept der KLJB Bayern“ wurde mehrere Monate lang ausgearbeitet und vordiskutiert. Ausführlich und detailliert werden technisch mögliche und gesellschaftlich umsetzbare Wege zu 100% Versorgung aus erneuerbaren Energien bis 2050 in Bayern aufgezeigt.

 

Die Energiewende in Bayern, wie sie sich die KLJB Bayern vorstellt, hat einen dezentralen Charakter. KLJB-Landesvorsitzender Andreas Deutinger betont:

„Beim Thema Energiewende, das zur Zeit den Schwerpunkt der Kampagne „HEIMVORTEIL – Punktsieg für´s Land!“ bildet, sehen wir für die ländlichen Räume große Chancen, Vorreiter zu sein durch regionale Wertschöpfung, Schaffung von Arbeitsplätzen und dezentrale Versorgung.“

 

Leitlinie: Kein „Weiter so“ ohne Energieeinsparung

Als Leitlinie des Energiekonzeptes betont die KLJB Bayern besonders einen grundsätzlichen Bewusstseinswandel für einen energiesparsamen Konsum:

„Neben veränderten politischen Rahmenbedingungen und einem Umdenken in Unternehmensstrategien kommt es auf einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung an, für einen neuen Lebensstil und nachhaltige Konsumgewohnheiten. (...) Ein ´weiter so´ ohne Energieeinsparung ist nicht möglich. Sie ist der Schlüssel zur Energiewende.“

 

Die visionäre Zielformulierung, bis 2050 auf 100% erneuerbare Energieversorgung in Bayern zu kommen und zugleich eine Energieeinsparung um mindestens 50% bei Strom und um 80% bei Wärme zu erreichen, wird mit konkreten Forderungen ergänzt.

 

Dazu zählen u.a. beim Stromverbrauch:

·  Der Zwang zur Entwicklung von energiesparenden Technologien kann als Innovationsmotor und damit als Standortvorteil in Deutschland gesehen werden.

·  Die Förderung der Forschung im Bereich der Energieeffizienz und -einsparung muss verstärkt werden.

·  Über Anreize und Erleichterungen (z.B. eindeutige Ausweisung des Energieverbrauchs von Geräten) sowie über Erschwernisse (z.B. Verbot von Stand-by-Funktion bei Elektrogeräten) muss die Politik die Energieeinsparung vorantreiben.

·  Eine Dynamisierung der Energieverbrauchskennzeichnung mit Einführung des Top-Runner-Prinzips ist der jetzigen Kennzeichnung elektrischer Geräte vorzuziehen. Darüber hinaus muss verpflichtend eine Kennzeichnung des Energieverbrauchs von der Rohstoffgewinnung, Produktion, Lebensdauer bis hin zur Entsorgung eines Geräts eingeführt werden.

 

Beim Wärmeverbrauch sieht die KLJB ebenfalls konkrete Einsparpotentiale, z.B.:

·  Eine höhere Grundsteuer für nicht-sanierte Gebäude sowie eine steuerliche Absetzbarkeit der Sanierungskosten für Privathaushalte muss eingeführt werden.

·  Die Energieeinsparverordnung (EnEV) muss weiter verschärft und ab 2015 der Passiv-Haus-Standard für Neubauten sowie ab 2018 die Sanierungen mit Passivhauskomponenten festgeschrieben werden.

·  Förderprogramme müssen auch kurzfristig Anreize schaffen, damit auch Hausbesitzer/-innen jeden Alters in Sanierungsmaßnahmen investieren.

 

Der notwendige Ausbau von Windkraft sollte in erster Linie durch Einzelanlagen, kleinere Windparks und Repowering bestehender Anlagen erfolgen. Beim Ausbau der Photovoltaik sieht die KLJB die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus dieser Technologie besonders auf Dächern öffentlicher Gebäude und auf geeigneten nicht-landwirtschaftlichen Freiflächen. Sonst spricht sie sich gegen Photovoltaik auf Freiflächen aus.

 

Als regenerative Energiequellen leistet eine nachhaltig erzeugte Bioenergie einen wichtigen Beitrag. Zur Abfederung von Stromspitzen sieht die KLJB Bayern in der Methanisierung einen zukunftsweisenden Weg, da hier die Potentiale des bestehenden Erdgasnetzes genutzt werden können.

 

KWK-Anlagen als Technologie der Zukunft

Die KLJB Bayern spricht sich ausschließlich für hocheffiziente Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aus. KWK-Anlagen sind für die KLJB die Technologie der Zukunft, um Strom und Wärme gleichermaßen zu nutzen. Die konsequente Abwärmenutzung in Industriebetrieben muss verpflichtend eingeführt und die Kooperationen vor Ort mit Betrieben und kommunalen Einrichtungen zur Nutzung dieser Abwärme ausgebaut werden. Der Ausbau von Fern- und Nahwärmenutzung, um die Wärme, die am Erzeugungsort nicht genutzt werden kann, zum Verbraucher zu transportieren, muss weiter vorangetrieben werden.

 

Einen für das Gelingen der Energiewende entscheidenden Faktor sieht die KLJB Bayern in

Transparenz und Aufklärung. Die Bürger/-innen sind gerade bei kommunalen Projekten und Planungen mit einzubinden und zu beteiligen, um Akzeptanz zu schaffen und Fehlplanungen zu vermeiden.

 

Neben dem Beschluss „Bioenergie – zukunftsfähig, nachhaltig und klimaschonend“ (2011) und dem jetzt verabschiedeten Energiekonzept wird sich die KLJB Bayern auf ihrem Landesausschuss im Herbst mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten beschäftigen.

 

Studienteil zur Kampagne HEIMVORTEIL in Passau und Freyung

Der Studienteil der Landesversammlung beschäftigte sich mit allen Teilbereichen der Kampagne „HEIMVORTEIL – Punktsieg für´s Land!“, die vor einem Jahr gestartet wurde. Auch hier spielte die Energiewende für den ländlichen Raum eine entscheidende Rolle. Exkursionen führten zur Solaranlage am Stelzhof in Passau sowie zum Forschungsbereich „Angewandte Energieforschung“ am Technologiecampus Freyung. Eindrucksvolle Erfahrungen zur nachhaltigen Entwicklung eines Dorfes aus eigenen Kräften kamen aus Österreich von Karl Sieghartsleitner, ehemaliger Bürgermeister von Steinbach/Steyr.

 

Pressemitteilung als pdf-Datei 

 

Beschluss der KLJB-Landesversammlung im Volltext

Foto KLJB Exkursion Stelzlhof als druckfähige jpg-Datei

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil's in der Stadt keine Feldwege gibt.“
Malena