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Der Landesvorsitzende Michael Biermeier läßt sich von Leopold Diop, Nationalsekretär der UJRCS, das Korbflechten zeigen.

Landjugendarbeit auf Agenda der Bischöfe

Beim Besuch einer dreiköpfigen Delegation der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern bei der Partnerorganisation im Senegal kam es auch zum Austausch über kirchliche und strukturelle Themen der Verbände.

 

„Die senegalesischen Bischöfe haben bei ihrer Konferenz im Oktober letzten Jahres einen verstärkten Einsatz für die Jugendverbände angeregt. Über diese Entwicklung freuen wir uns sehr “, berichtet Michael Biermeier, ehrenamtlicher Landesvorsitzender der KLJB Bayern.  In vielen Diözesen wurden bereits Seelsorger mit der Begleitung der Union des Jeunesses Rurales Catholiques du Sénégal (UJRCS) und weiterer Jugendverbände beauftragt. Auf nationaler Ebene jedoch fehlt seit der Neuwahl des Nationalvorstands der UJRCS ein zuständiger Seelsorger. Die Vorsitzenden der UJRCS und die KLJB Bayern hoffen, dass die Stelle schnell besetzt wird, da der Seelsorger ein wichtiges Bindeglied  zwischen Verband und Kirche darstellt.   

Neuer Vorstand will das senegalesische Land bewegen
Wichtigster Programmpunkt des Besuches war das Zusammentreffen mit den sechs jungen Leuten des neuen Nationalvorstands der UJRCS, das in Ziguinchor im Süden des westafrikanischen Landes stattfand. Im Austausch mit der bayerischen Delegation berichtete dieser  vom aktuellen  Geschehen im Verband, von den bestehenden Problemen und neuen Ideen. Finanziell belastend sind die hohen Fahrtkosten: Durch die weiten Entfernungen im Senegal ist die Verbandsarbeit schwierig.  Auch die  Landflucht der jungen Menschen nimmt zu, so dass die dörfliche Bevölkerung immer älter wird. Durch Besuche der Ortsgruppen und gemeinsame Aktionen will der Nationalvorstand eine tragfähige Basis für den Verband schaffen.

Ortsgruppen hinterlassen bleibende Eindrücke
Während der zehntägigen Reise hatten Martina Kobras, vom Arbeitskreis Internationale Solidarität (AKIS) der KLJB Bayern. Monika Aigner, internationale Referentin und Michael Biermeier die Möglichkeit zwei Ortsgruppen in ihren Dörfern zu besuchen. In Mlomp verdienen sich die jungen Menschen durch Näherei und Batiken etwas Geld und bewirtschaften ein eigenes Feld. „Es ist beeindruckend, wie aktiv und engagiert die jungen Menschen hier im Dorf sind, auch wenn sie nur wenig Strom zur Verfügung haben“, so Martina Kobras. Die jungen Mitglieder in Affiniam waren vom Dokumentarfilm über das Workcamp, das  beide Verbände 2009 in Bayern durchgeführt hatten, begeistert. „Mit der Landwirtschaft haben wir ein Thema gefunden, über das wir mit den Jugendlichen diskutieren konnten. Ein eigenes Feld zu haben ist ein großer Traum der Jugendlichen “, stellte Monika Aigner fest.  

Partnerschaft erhält neue Ausrichtung
Die nun seit über 50 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der UJRCS und der KLJB Bayern erfährt durch die Neuwahl bei der senegalesischen Landjugend wichtige Impulse und zieht neue Jugendliche in die Partnerschaft mit ein. Die jungen Menschen wollen versuchen, verstärkt auf eigenen Beinen zu stehen. So stellte der neue Vorstand bereits Überlegungen über eine Bestandsaufnahme der Mitglieder an. Unterstützung erhalten sie dabei von den directeurs des oeuvres, den zuständigen Seelsorgern in den Diözesen. Diese wurden von den Bischöfen beauftragt, die Jugendverbände zu stärken. Konkret benötigen die Jugendlichen Seelsorger an ihrer Seite, die sie begleiten und ihnen helfen, ihre Interessen zu vertreten. Des Weiteren können die Jugendlichen verstärkt auf die Infrastruktur in den centres des oeuvres, den Diözesanstellen, zugreifen. Dort sind Computer mit Internetanschluss, Räumlichkeiten und eine Briefadresse vorhanden.
Die Delegation der KLJB Bayern flog mit vielen interessanten Erfahrungen zurück nach Bayern. Beide Verbände vereinbarten, weiterhin in Kontakt zu bleiben und sich über Entwicklungen gegenseitig auszutauschen.

„Ich bin glücklich auf dem Land, weil's in der Stadt keine Feldwege gibt.“
Malena