Aktuell

Motor kirchlicher Erneuerung

Im August 1947 veröffentlichte die Landesstelle der Katholischen Landjugend Bayerns die erste Ausgabe der "Werkbriefe für die Landjugend". Seither erschienen 275 Ausgaben mit einer Gesamtauflage von weit über 800.000 Exemplaren. Die Werkbriefe sind damit die traditionsreichste regelmäßig erscheinende jugendpastorale Publikation im deutschsprachigen Raum.

 

Beim Festakt zum sechzigsten Geburtstag würdigte Prof. Dr. Martin Lechner vom Lehrstuhl für Jugendpastoral in Benediktbeuern die Funktion der Werkbriefe als "Motor kirchlicher Erneuerung". In seiner Laudatio ging er dem Geheimnis des langen und erfolgreichen Wirkens dieser Publikation nach. Der Werkbrief sei jung geblieben, weil er "junge, kreative, spontane und unverbrauchte Redakteurinnen und Redakteure hatte und hat, die den unverstellten Blick der Jugend auf Welt und Kirche in Sprache fassen und methodisch ansprechend aufbereiten".

 

Vielfalt von Themen - kritisch, innovativ und couragiert!
Lechner nennt fünf wesentliche Lebenselexiere, die die Einmaligkeit der Werkbriefe ausmachen. Die Themen seien über zehn Generationen von Werkbrief-Machern hinweg immer "am Puls der Zeit" geblieben als "Seismographen und Spiegel epochaler gesellschaftlicher Herausforderungen".  Das Themenspektrum reicht von der aufkommenden Problematik der Landflucht in den 1950er Jahren über die Beschäftigung mit der "Theologie der Befreiung" in den 1980er Jahren bis hin zu einem Werkbrief zu aktuellen Fragen der Migration ("Grenzen überqueren", 2005). "Dynamische und kritisch-konstruktive Treue zur Kirche" seien ein zweites Markenzeichen, das sie zu einem "Motor kirchlicher Erneuerung" gemacht haben und machen - gerade mit den Ausgaben zu Fragen der Sexualität, der Ökumene oder der Landpastoral, mit der sich die Werkbriefe immer wieder intensiv befassten. Durch ihre "wohltuende Nichtangepasstheit an den Zeitgeist" und die "aufdeckerische und widerständige Couragiertheit" seinen sie "Anwalt des Vergessenen und der Vergessenen". So haben die Werkbriefe bereits 1977 das Thema Ökologie aufs Schild gehoben ("Nach uns die Sintflut"), immer wieder Fragen der weltweiten Gerechtigkeit thematisiert und innovative Vorschläge für neue liturgische Formen geliefert ("jugendliche liturgien", 2001).

 

Methodenfundus und spirituelle Fundgrube: Die Werkbriefe haben eine wichtige Mission!
Ein weiteres Lebenselexier der Werkbriefe liegt in ihrer "Allianz von gediegener und kompakter Sachinformation einerseits und methodischer Kreativität andererseits", die sie seit jeher zu einer weithin geschätzten methodischen Stütze ehrenamtlicher Arbeit machen und zu einem "praktischen Ratgeber für die pädagogische Arbeit vor Ort" - so z.B. die beliebten Methoden-Werkbriefe "Aus dem Ärmel geschüttelt I und II", die bereits in dritter bzw. vierter Auflage vorliegen. Schließlich seien die Publikationen der KLJB-Landesstelle eine "spirituelle Fundgrube, Ausdruck von gelebtem Glauben und Hinführung zu gläubigem Leben", indem sie eine "geerdete Spiritualität" transportieren und dazu ermutigen. Resümierend zieht Lechner folgendes Fazit: "Die Werkbriefe haben eine wichtige Mission erfüllt und sie haben eine Mission!" und wünscht den Werkbrief-Machern, dass sie bei ihrer Arbeit weiterhin den "aufrechten Gang" üben.

 

Haßlberger: Hohe Praxisorientierung
Der Jugendbeauftragte der Bayerischen Bischofskonferenz, der Münchner Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, zeigt sich beeindruckt von der Tradition und der Qualität der Werkbriefe. Besonders freue es ihn, dass "auch für Fragen unseres Glaubens sehr fundierte und zeitgemäße Informationen, aber auch praktische Anregungen geboten werden", z.B. im Werkbrief "Eine-Welt-Kirche" (2004) oder in der Reihe der liturgischen Arbeitshilfen. Gerade die hohe Praxisorientierung trage dazu bei, dass viele Ehren- und Hauptamtliche weit über Bayern hinaus die Werkbriefe nicht nur lesen, sondern in ihrer konkreten Praxis nutzen. Das zeige sich auch "an den vielen Bereichen der Pastoral, in denen sie zum Einsatz kommen".

 

Jubiläumsausgabe erschienen - Interview mit Alois Glück
Das Grußwort von Weihbischof Haßlberger eröffnet die Jubiläumsausgabe des Werkbriefs. In dem  48seitigen Heft finden sich historische Schmankerl aus sechs Jahrzehnten, Einblicke in die Redaktionsarbeit, prominente Glückwünsche (u.a. von Jugendbischof Bode und Landwirtschaftsminister Miller) und viele weitere interessante Beiträge. Alois Glück, selbst in den Jahren 1964-1971 als Landessekretär der KLJB Bayern für die Publikation der Werkbrief mit zuständig, äußert sich in einem Interview zu seinen ganz persönlichen Erfahrungen. Die wichtigste Aufgabe der Werkbriefe bestehe in Zukunft darin "Orientierung zu geben in einer Zeit vielfältiger und tiefgehender Umbrüche".

 

Die Jubiläumsausgabe ist gegen eine Schutzgebühr von 1,50 Euro zu beziehen bei: KLJB-Landesstelle, Kriemhildenstraße 14, 80639 München, Tel. 089/178 651-0, Fax –44, werkmaterial[at]kljb-bayern.de, www.landjugendshop.de

 

 

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„Ich bin glücklich auf dem Land, weil man do no zamhaifd.“
Nicole